Ein ganz normaler Tag in Koh Samui!
Gestern gegen 5 Uhr steh ich, wie sich das gehört, in der Küche und brate Schnitzel. Das klappt hervorragend seit ich einen Uraltthaiwok benutze, meine Schnitzel sehen amtlich aus und schmecken ebenso seitdem.
Also ich steh in der Küche und Lin sitzt vorm iMac und spielt ein Spiel oder so. Küche und Wohnzimmer haben eine Glasschiebeverbindungstür. Ich bin gerade dabei die zweite Fuhre Schnitzel zu braten, als mich durch den Abzugshaubenlärm Schreie aus dem Wohnzimmer erreichen: Panikschreie ,Hitchkockpsychoduschschreie … Ein Blick und ich denke huch was hat sie denn. Dann kommt Sie angerannt, so habe ich Sie noch nie erlebt. In die Schreie mischt sich langsam aber stetig das Wort snake ein, dann big snake, black snake, yen snake.
Jetzt steht der Computerthaikleintisch mit Tastaturschublade neben dem Ottomanen der zu einem grünen Sofaensemble gehört, dass die Schmalseite unserer Wohnzimmerwand links komplett in Beschlag nimmt. Darunter , unter dem Sofa existiert eine meist unsichtbare Gegenwelt, die eben auch einem Baby-Phyton Geborgenheit und Sicherheit bietet. Aber wie Kinder nun mal sind, sind sie neugierig und wollen den Rest der Welt erkunden, also eben auch dieses warme Ding das da neben dem Otomanen aus der Erde ragt, sich oben abwinkelt und dann zu etwas übergeht das auf einem blauen Bürostuhl sitzt. Ich kann das nicht in die Pythonsprache übersetzen aber ich denke so dachte Babypython. Schlangen winden sich und so fühlte Lin etwas kaltes am Schienbein und dachte erst an ein Krabbeltier oder so. Nun sind Computerspieler ja streng bei der Sache und brauchen ihre Zeit bis Ablenkungen ins Spielerbewußtsein vordringen. Der Blick nach unten, nachdem der Panikmodus ansprang, der dann in akustische Reaktionen übersetzt wurde, zeigte eben eine 1 Meter lange neugirige Schlange die Lins Schenkel studieren wollte, aber nur bis zum Knie kam. Sie ließ sich abschütteln und zug schmollend (hab ich jetzt dazuerfunden) wieder unters Sofa.
Der Rest ist schnell erklärt: Taschenlampe, Schlange lokalisiert, Lin beruhigt, Platz geschaffen und Pi Jod angerufen, einen Freund aus dem Isan, der sich mit Schlangen nun weit besser auskennt als ich, der ich höchstens Schlangen beim Einchecken in Flughäfen oder so kenne. Der Pi Jod hat dann nen Stock mit einer Seilschlinge am Ende präpariert. Ich habe derzeit die BabyPython per Taschenlampe im Blick und sie will schon von alleine raus auf die Veranda. Zack ist die Schlinge zugezogen und das gute Tier gefangen. Mit der Schlange an der Stange hab ich dann Pi Jod auf dem Moped in die Berge hinter unserer Hütte gefahren. Dort haben wir das neugierige Kind ausgesetzt und ihm gleichzeitig die erste Mopedfahrt seines Lebens gegönnt.
Wir haben dann Skampies gegrillt und mit Pi Jod getrunken. Dabei hat Portugal nebenan im Wohnzimmer 5 Tore geschossen, aber wir haben draußen gesessen und gelabert: Über Schlangen und so.
Der Rest im Schnelldurchgang:
Der Bub im Bauch von Lin ist 1,4 KG schwer, hat ziemlich große Füße und Hände für sein Alter und ist sehr agil. Durch die WM kommen wir zum Schluß das er doch nicht Thaiboxer, sondern Fußballer oder Popstar wird! Fußballer singen ja auch zuweilen und Popstars haben zuweilen ja sogar Fußballclubs besessen. Das paßt scho…
Er, der agile, wird Bejamin heißen. Gründe für den Untersuchungsausschuß:
1.) Den Namen Benjamin, so Lin, gibt es auch in der Thailändischen Sprache, kann ich nur glauben.
2.) Ben passt zu Bim und Bas und konnte wegen Ernsthaftigkeit, ganz klar Bam aus dem Rennen schlagen.
3.) Er wird definitiv der Kleine sein, wahrscheinlich auch das letzte Kind das Lin bekommen wird, ansonsten müssen wir uns was ausdenken.
4.) Ben geht in Deutsch, Englisch und Thai und wenn der Bub Koch werden will, kann er sich ja Jamie oder so nennen.
Die Geschäfte gehen super gut im Moment, ich kann mich vor Anfragen nicht retten und bei den Leuten sitzt der Euro so locker, dass mein Bankkonto prall gefüllt ist, und ich mir einen iPad kaufe, wenn es ihn in Thailand gibt, habe ich neulich geträumt.
L G
Ebi